Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

HAV sind Vibrationen, die beim Arbeitsprozess auf die Hände und Arme des Anwenders übertragen werden. Sie treten in der Arbeitswelt in erster Linie beim Arbeiten mit per Hand betriebenen Elektrowerkzeugen (z.B. Abbruchhämmer) sowie beim Einsatz von handgeführten Geräten (z.B. Rasenmäher) auf.
    • Regelmäßiger, intensiver Kontakt mit starken Gerätevibrationen kann zu chronischen Krankheiten und Verletzungen führen. Diese Gefahr besteht v.a. dann, wenn das Arbeiten mit vibrationsstarken Elektrowerkzeugen Teil des Jobs einer Person ist.
    • Gelegentlicher Kontakt mit starken Gerätevibrationen führt im Regelfall nicht zu dauerhaften Beschwerden, sollte aber von Personen mit starken körperlichen Gebrechen dennoch vermieden werden.
    Regelmäßiger Kontakt mit starken HAV kann eine Reihe chronischer Beschwerden nach sich ziehen, die häufig unter dem Begriff Hand-Arm-Vibrations-Syndrom zusammengefasst werden. Diese Verletzungen können sein Schäden an:
    • Blutkreislauf (z.B. sog. Weißfinger-Krankheit)
    • Nervensystem
    • Muskeln
    • Gelenken
    Die Verletzungen können äußerst schmerzvoll sein und starke körperliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Beispiele:
    • Schmerzhafte Attacken in den Fingern (ausgelöst durch kalte oder feuchte Wetterbedingungen)
    • Verlust des Gefühls und des Gespürs für Temperatur
    • Taubheitsgefühl in den Fingespitzen
    • Verlust an Geschicklichkeit
    • Verlust von Muskelkraft

    Die Hersteller von Elektrowerkzeugen sind im allgemeinen darauf bedacht, die Vibrationen, die ihre Maschinen verursachen, zu reduzieren. Als logische Folge weisen neue Maschinen in aller Regel geringere Vibrationen als alte Maschinen auf. Sie als Anwender haben den größten Nutzen, wenn Sie beim Ersatz Ihrer alten Maschine von diesen Fortschritten profitieren und eine Maschine kaufen, die sich auf dem neusten Stand der Vibrationstechnologie befindet.

    Wir von DEWALT legen einen sehr großen Fokus auf Innovationen und verfügen daher über eines der modernsten Sortimente auf dem Markt. Insbesondere beim Thema Vibrationen ist DEWALT führend und verfügt über eine Reihe von patentierten Mechanismen zur Vibrationsreduzierung und folglich über einige Geräte mit sehr niedrigen Vibrationswerten.

    Die Hersteller von Elektrowerkzeugen sind per EU-Richtlinie angehalten:

    • die Produkte derart zu bauen, dass ihre Nutzung mit möglichst geringen Vibrationen verbunden ist und mit minimalen Gesundheitsrisiken einhergeht
    • die Anwender auf Risiken im Zusammenhang mit Vibrationen bei der Nutzung der Geräte hinzuweisen
    • die Anwender über die Vibrationsstärke der Geräte zu informieren
    • die Anwender darüber aufzuklären, wie das Gerät zu bedienen ist, um hohe gesundheitliche Belastungen durch Vibrationen zu vermeiden
    Die neue EU-Richlinie fordert von Ihnen eine ganze Reihe von Maßnahmen, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Sie sollten:
    • die Risiken, denen sich Ihre Mitarbeiter aussetzen, einschätzen
    • die Risiken kontrollieren
    • ihren Mitarbeitern hochwertige Maschinen zur Verfügung stellen, die (vibrations)technisch auf dem neuesten Stand sind
    • dafür sorgen, dass sich die Maschinen stets in einem guten Zustand befinden
    • ihre Mitarbeiter umfassend über Gesundheitsrisiken informieren und gegebenenfalls Trainings zum richtigen und sicheren Arbeiten mit Elektrowerkzeugen durchführen
    • die Gesundheit der Mitarbeiter überwachen, wo gesundheitliche Risiken durch hohe Vibrationsbelastungen nicht vollständig ausgeschlossen werden können
    • die zuständigen Behörden bei Fällen von Verletzungen / Erkrankungen innerhalb Ihrer Belegschaft informieren
    • den Betriebsrat bzw. die für Arbeitnehmerrechte zuständige Person bei Maßnahmen zur Vibrationsbekämpfung einbinden bzw. zu Rate ziehen
    Prüfen sie, ob ihre Mitarbeiter über längere Zeiträume hinweg (über 30 Minuten am Tag) mit Geräten arbeiten, die starke Vibrationen verursachen. Hierzu gehören z.B. Abbruchhämmer und große Kombihämmer, insbesondere wenn diese für Meißelarbeiten eingesetzt werden.

    Ist dies der Fall, sind Ihre Mitarbeiter Vibrationsrisiken ausgesetzt. Auch wenn die Mitarbeiter die Maschine für kürzere Zeit nutzen, können Risiken bestehen und Sie sollten Ihre Mitarbeiter regelmäßig nach Beschwerden fragen. So könnten Ihre Fragen lauten:

    • Bekommen Sie bei Arbeiten bei geringen Temperaturen schnell weiße Finger?
    • Haben Sie nach der Nutzung vibrationsstarker Maschinen ab und an Taubheitsgefühle in Ihren Fingern?
    • Haben Sie irgendwelche Probleme mit Muskeln oder Gelenken in Ihren Armen / Händen?
    • Haben Sie Probleme mit kleinen Objekten wie Schrauben oder Nägeln zu hantieren?

    Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen "ja" lautet, müssen Sie davon ausgehen, dass Ihr Mitarbeiter zu stark mit Vibrationen konfrontiert wird. Schicken Sie den Mitarbeiter in diesem Fall zu einem Arzt und unternehmen Sie Schritte, um die Belastung durch Vibrationen zu reduzieren.

    Es gibt viele Maßnahmen, um die Risiken wirkungsvoll zu kontrollieren und einzudämmen. Einige dieser Maßnahmen sind mit lediglich geringem Aufwand verbunden:
    • Schauen Sie nach alternativen Wegen die Arbeit zu erledigen - mit verringertem Einsatz vibrationsverursachender Maschinen.
    • Vergewissern Sie sich, dass Ihre Mitarbeiter das für den jeweiligen Job ideale Werkzeug benutzen (unangemessenes Werkzeug führt zu längeren Arbeitszeiten oder ist mit höheren Vibrationsbelastungen verbunden)
    • Minimieren Sie die Zeit, die einzelne Mitarbeiter mit starken Vibrationen in Kontakt kommen, z.B. durch Job-Rotation.
    • Richten Sie den Arbeitsplatz nach Möglichkeit so ein, dass Arbeiten bei ungesunder Körperhaltung vermieden werden.
    • Konstruieren Sie nach Möglichkeit Einspannvorrichtungen, die das Material oder das Werkzeug halten.
    • Lockern Sie den Griff und den eigenen Krafteinsatz bei der Arbeit mit einem Elektrowerkzeug wann immer es möglich ist. Ein fester Griff und hoher Krafteinsatz erhöht die Belastung durch Vibrationen, ohne dass Sie die Arbeit notwendigerweise schneller zu erledigen. Lassen Sie das Werkzeug die Arbeit machen.
    • Pflegen Sie Ihre Werkzeuge gemäß den Herstellerangaben, um steigende Vibrationen infolge von Verschleiß zu minimieren. Z.B.:
    • Ersetzen Sie Verschleißteile rechtzeitig
    • Vergewissern Sie sich von Zeit zu Zeit, dass bewegliche Teile des Getriebes / Motors noch rund laufen und ersetzen Sie diese wenn nötig
    • Stellen Sie sicher, dass Sägeblätter, Schleifteller etc. geschärft sind
    • Fragen Sie den Hersteller oder im Fachhandel nach dem optimalem Einsatz des Elektrowerkzeuges
    • Suchen Sie bei Tätigkeiten, die mit häufigem Einsatz vibrationsstarker Maschinen verbunden sind, nach alternativen Wegen die Arbeit zu erledigen
    • Fragen Sie den Hersteller nach dem idealen Werkzeug für eine bestimmte Aufgabe. Mit einer ideal geeigneten Maschine können Sie den Job i.d.R. schneller ausüben und den Kontakt mit Vibrationen reduzieren.
    Ihre Mitarbeiter müssen über die gesundheitlichen Risiken, die durch Vibrationen entstehen sowie über Möglichkeiten, diese Risiken zu reduzieren, Bescheid wissen. Hierzu gehören:
    • Potenzielle Quellen von Hand-Arm-Vibrationen (HAV)
    • Gesundheitliche Auswirkungen von HAV
    • Risikofaktoren (z.B. Kontakt mit sehr starken Vibrationen / regelmäßiger, täglicher Kontakt mit Vibrationen)
    • Das Erkennen von und der Umgang mit Vibrationsverletzungen
    • Gesundheitliche Risiken lassen sich reduzieren durch:
    • Änderungen in der Art der Aufgabenbewältigung
    • die korrekte Auswahl, Verwendung und Instandhaltung der Elektrowerkzeuge
    • die korrekte Nutzung von Werkzeugen (z.B. Reduzierung von Vibrationen durch geringeren Krafteinsatz)
    • die Sicherstellung einer guten Durchblutung der Hände bei der Arbeit, die sich z.B. durch Warmhalten der Finger (Fingerübungen) erreichen lässt

    Die EU-Richtlinie ist im Juli 2005 in Kraft getreten. Gemäß dieser Richtlinie "haben Arbeitgeber Sorge zu tragen, dass ihre Mitarbeiter mit Elektrowerkzeugen je nach deren gemessener Vibrationsstärke nur eine maximale Zeitdauer pro Tag arbeiten.”

    Die Pflichten der Arbeitgeber beinhalten:

    • Belastung der Mitarbeiter durch Vibrationen regelmäßig überprüfen
    • Mitarbeiter umfassend über gesundheitliche Risiken informieren
    • Trainings zum richtigen Umgang mit Vibrationen anbieten
    • Maßnahmen ergreifen, um die Vibrationen zu reduzieren
    1. EU-weit sind 25 Millionen Menschen im regelmäßigen Kontakt mit starken Vibrationen
    2. Über 5 Millionen Menschen laufen ernsthaft Gefahr durch HAV gesundheitliche Schäden zu erleiden
    3. Über 1 Million Menschen weist tatsächlich Symptome auf, die durch Vibrationsbelastung entstehen
    4. Krankheiten durch Vibrationsbelastung kosten den Deutschen Staat schätzungsweise € 500 Mio. im Jahr
    5. Krankheiten durch Vibrationsbelastung kosten EU-weit bis zu € 5 Mrd. im Jahr
    Mit der EU-Richtlinie soll die Anzahl an Personen reduziert werden, die infolge des regelmäßigen Arbeitens mit vibrationsverursachenden Elektrowerkzeugen gesundheitliche Beeinträchtigungen erleidet
    • Bauarbeiter
    • Installateure
    • Schreiner und Zimmerleute
    • Elektriker
    • Straßenbau
    • Stahlbau
    Es werden Grenzwerte für die max. zulässige tägliche Vibrationsbelastung festgelegt (für Details siehe Frage "Wie hoch dürfen die Vibrationen gemäß EU-Richtlinie sein"?)

    Vibrationen werden in m/s2 gemessen.

    In der Richtlinie werden ein Grenzwert und ein Auslösewert für die tägliche Vibrationsbelastung festgelegt:

    Der Grenzwert(= 5 m/s2) kennzeichnet die Vibrationsbelastung, oberhalb der mit deutlichen gesundheitlichen Schädigungen gerechnet werden muss. Wird der Grenzwert überschritten, muss die Arbeitszeit mit diesem Elektrowerkzeug entsprechend reduziert werden.=

    Der Grenzwert(= 5 m/s2) kennzeichnet die Vibrationsbelastung, oberhalb der mit deutlichen gesundheitlichen Schädigungen gerechnet werden muss. Wird der Grenzwert überschritten, muss die Arbeitszeit mit diesem Elektrowerkzeug entsprechend reduziert werden.=

     
     X² + Y² + Z²

    Der neue Standard misst Vibrationen in drei Dimensionen und ist als triaxiale Vibrationsmessung bekannt. Allerdings ist die triaxiale Vibrationsmessung nicht bei allen Produktgruppen möglich und somit nicht für alle Produktgruppen Standard.

    Vibrationen von handgeführten Elektrowerkzeugen werden gemäß des EU-Standards EN60745 gemessen